Grundlagen zum Terminalserver
Was ist ein Terminalserver?
Ein Terminalserver ist ein Windows Server mit den Remotedesktopdiensten (RDS). Mehrere Benutzer melden sich gleichzeitig an und arbeiten in getrennten Sitzungen. Die Programme laufen auf dem Server. Zum Gerät des Mitarbeiters geht nur das Bild, zurück kommen die Eingaben über Tastatur und Maus.
Deshalb ist der Terminalserver bis heute die übliche Lösung für Software mit einer Datenbank im Hintergrund, etwa Warenwirtschaft, Buchhaltung oder Branchenprogramme. Fernwartungsprogramme wie AnyDesk oder TeamViewer sind etwas anderes: Sie zeigen nur den Bildschirm eines einzelnen PCs. Warum ein normaler Windows-PC dafür nicht reicht, erklärt unser Beitrag zu Remotedesktop für mehrere Benutzer gleichzeitig.
Wie genau funktioniert ein Terminalserver technisch?
Auf dem Server sind die Remotedesktopdienste eingerichtet. Sie geben jeder Person eine eigene Sitzung, verbinden sie nach einer Unterbrechung wieder mit ihr und verwalten die Zugriffslizenzen. Auf Wunsch kommt ein Gateway für den Zugriff von außen dazu. In kleinen Betrieben läuft das meist auf einem einzigen Server, größere verteilen die Aufgaben auf mehrere. Lizenziert wird mit einer Zugriffslizenz (RDS-CAL) je Benutzer oder Gerät, passend zur Version von Windows Server.
Was ist der Unterschied zwischen RDP und RDS?
RDP, das Remote Desktop Protocol, überträgt Bild, Tastatur und Maus zwischen Gerät und Server. RDS, die Remotedesktopdienste, sind die Serverdienste, die daraus einen Mehrbenutzer-Server machen. Auch der Remote-Arbeitsplatz überträgt per RDP. Vermittlung und Gateway betreibt dort Microsoft, die Arbeitsplätze betreuen wir.
Sind Terminalserver noch zeitgemäß?
Das Prinzip ja: Programme laufen zentral, und mehrere Mitarbeiter arbeiten gleichzeitig mit denselben Daten. Aufwendiger geworden ist der eigene Server im Büro, wegen Support-Enden, Zugriffslizenzen, VPN und Sicherheitsupdates. Der Remote-Arbeitsplatz behält das Prinzip und lässt den Server weg. Für manche Betriebe bleibt der eigene Terminalserver trotzdem die richtige Wahl.
Programme einmal installiert und zentral gepflegt
Ein Datenstand für das ganze Team
Am Arbeitsplatz reicht ein einfaches Gerät
Eigener Server
Warum viele Terminalserver an ihre Grenzen kommen
Viele Unternehmen arbeiten seit Jahren gut mit ihrem Terminalserver. Mit der Zeit wird aber der Server selbst zur Aufgabe, weil Hardware, Lizenzen und Updates immer wieder Geld und Zeit kosten. Wenn ein Wechsel ansteht, liegt es meist an einem der folgenden Gründe.
Support-Enden bei Microsoft
Microsoft beendet schrittweise den Support für herkömmliche Terminalserver
Die Remotedesktopdienste gibt es auch in Windows Server 2025, und diese Version unterstützt Microsoft bis 2034. Ein Enddatum hat aber jede Server-Version, die älteren laufen nach und nach aus. Für viele Betriebe wichtiger ist Microsoft 365. Auf einem Terminalserver unterstützt Microsoft die Office-Apps nur noch mit Windows Server 2025, und zwar bis Oktober 2029.
Microsoft 365 auf Windows Server
Windows Server
2025
14.10.2025
Microsoft 365 auf Windows Server 2016 und 2019: Support beendet
2026
Oktober 2026
Microsoft 365 auf Windows Server 2022: Support beendet
2027
12.01.2027
Support-Ende für Windows Server 2016
2028
10.10.2028
Letzte Sicherheitsupdates für Microsoft 365 auf Windows Server 2016 bis 2022
2029
09.01.2029
Support-Ende für Windows Server 2019
Oktober 2029
Microsoft 365 auf Windows Server 2025: Support endet
2031
14.10.2031
Support-Ende für Windows Server 2022
2034
Support-Ende für Windows Server 2025
Microsoft selbst empfiehlt für Server, auf denen Microsoft 365 nicht mehr unterstützt wird, den Wechsel zu Windows 365 oder Azure Virtual Desktop. Auf Azure Virtual Desktop baut unser Remote-Arbeitsplatz auf. Ihr Team arbeitet dort mit Windows 11 statt Windows Server, die Updates spielen wir ein.
Was ein Support-Ende für Ihren Server praktisch bedeutet, steht in unserem Beitrag zum Support-Ende von Windows Server 2019.
Alternative zum Terminalserver
Welche Alternativen zum Terminalserver gibt es?
Wenn Sie auch künftig nicht auf die Funktionen eines Terminalservers verzichten möchten, haben Sie drei Möglichkeiten. Der Vergleich zeigt, worin sie sich unterscheiden.
| Neuer eigener TerminalserverServer und Lizenzen gekauft, selbst oder von einem Dienstleister betreut | Gemieteter TerminalserverWindows Server bei einem Hosting-Anbieter gemietet und selbst verwaltet | Remote-Arbeitsplatz von serverstartFertige Arbeitsplätze direkt bei Microsoft, von uns betreut | |
|---|---|---|---|
| Oberfläche für Ihr Team | Windows Server | Windows Server | Windows 11, wie am eigenen PC |
| Hardware | Hohe Anschaffungskosten, kaufen und nach einigen Jahren ersetzen | Gemietet vom Hosting-Anbieter | Immer aktuelle Rechenleistung aus dem Microsoft-Rechenzentrum |
| Zugriffslizenzen | RDS-CALs kaufen, je Nutzer oder Gerät und passend zur Serverversion | RDS-CALs mieten, meist monatlich über den Anbieter | Kein Kauf notwendig, in Microsoft 365 Business Premium und F3 enthalten |
| Microsoft 365 | Nur auf Windows Server 2025 unterstützt, bis Oktober 2029 | Unterstützt je nach gemieteter Serverversion | Besonders gut in Windows 11 integriert |
| Zugriff von unterwegs | Über VPN oder Gateway, nur solange Büroleitung und Server laufen | Über VPN oder Gateway, das Sie selbst einrichten | Eingebaut, ohne VPN und mit Multi-Faktor-Anmeldung |
| Updates und Backups | Nicht enthalten, Sie organisieren beides selbst oder über einen Dienstleister | Nicht enthalten, der Anbieter betreut nur die Infrastruktur | Inklusive, mit täglichen Backups in Deutschland |
| Wenn das Büro ausfällt | Niemand kann arbeiten, bis Büro und Server wieder laufen | Ihr Team arbeitet von zu Hause weiter | Ihr Team arbeitet von überall weiter |
| Kostenmodell | Einmalig kaufen, dazu laufend Wartung und Strom | Monatlich mieten, pro Server oder Paket | Monatlich zahlen, fester Preis pro Nutzer |
| Passt gut, wenn | Sie gerade erst investiert haben oder alles im Haus bleiben muss | Sie nur die Hardware abgeben wollen | Sie sich um keinen Server mehr kümmern möchten |
Neuer eigener Terminalserver
Server und Lizenzen gekauft, selbst oder von einem Dienstleister betreut
- Oberfläche für Ihr Team
Windows Server
- Hardware
Hohe Anschaffungskosten, kaufen und nach einigen Jahren ersetzen
- Zugriffslizenzen
RDS-CALs kaufen, je Nutzer oder Gerät und passend zur Serverversion
- Microsoft 365
Nur auf Windows Server 2025 unterstützt, bis Oktober 2029
- Zugriff von unterwegs
Über VPN oder Gateway, nur solange Büroleitung und Server laufen
- Updates und Backups
- Nicht enthalten, Sie organisieren beides selbst oder über einen Dienstleister
- Wenn das Büro ausfällt
Niemand kann arbeiten, bis Büro und Server wieder laufen
- Kostenmodell
Einmalig kaufen, dazu laufend Wartung und Strom
- Passt gut, wenn
Sie gerade erst investiert haben oder alles im Haus bleiben muss
Gemieteter Terminalserver
Windows Server bei einem Hosting-Anbieter gemietet und selbst verwaltet
- Oberfläche für Ihr Team
Windows Server
- Hardware
Gemietet vom Hosting-Anbieter
- Zugriffslizenzen
RDS-CALs mieten, meist monatlich über den Anbieter
- Microsoft 365
Unterstützt je nach gemieteter Serverversion
- Zugriff von unterwegs
Über VPN oder Gateway, das Sie selbst einrichten
- Updates und Backups
- Nicht enthalten, der Anbieter betreut nur die Infrastruktur
- Wenn das Büro ausfällt
Ihr Team arbeitet von zu Hause weiter
- Kostenmodell
Monatlich mieten, pro Server oder Paket
- Passt gut, wenn
Sie nur die Hardware abgeben wollen
Remote-Arbeitsplatz von serverstart
Fertige Arbeitsplätze direkt bei Microsoft, von uns betreut
- Oberfläche für Ihr Team
- Windows 11, wie am eigenen PC
- Hardware
- Immer aktuelle Rechenleistung aus dem Microsoft-Rechenzentrum
- Zugriffslizenzen
- Kein Kauf notwendig, in Microsoft 365 Business Premium und F3 enthalten
- Microsoft 365
- Besonders gut in Windows 11 integriert
- Zugriff von unterwegs
- Eingebaut, ohne VPN und mit Multi-Faktor-Anmeldung
- Updates und Backups
- Inklusive, mit täglichen Backups in Deutschland
- Wenn das Büro ausfällt
- Ihr Team arbeitet von überall weiter
- Kostenmodell
- Monatlich zahlen, fester Preis pro Nutzer
- Passt gut, wenn
- Sie sich um keinen Server mehr kümmern möchten
Windows 365 ist ein anderes Microsoft-Produkt: ein Windows-PC in der Cloud, an dem immer nur eine Person zur selben Zeit arbeitet. Für Branchensoftware, die heute auf Ihrem Terminalserver läuft, passt das oft nicht. In der Business-Ausführung haben diese PCs keine direkte Verbindung zu Ihrer Datenbank, dafür braucht jeder einzelne eine VPN-Software oder eine vergleichbare Zugangslösung. Alle Unterschiede zeigt unser Vergleich Windows 365 oder Remote-Arbeitsplatz.
Die Alternative zum Terminalserver
Der Remote-Arbeitsplatz arbeitet wie Ihr Terminalserver
Beim Remote-Arbeitsplatz von serverstart aus Aachen laufen die Programme zentral, und jeder Mitarbeiter arbeitet in seiner eigenen Sitzung. Die Plattform ist Azure Virtual Desktop, und die betreibt Microsoft selbst. Von Microsoft kommen Rechenzentrum, Gateway und Vermittlung. Um Arbeitsplätze, Software, Updates, tägliche Backups und Benutzer kümmern wir uns.
Wie das im Detail funktioniert, erklären wir unter Was ist ein Remote-Arbeitsplatz?
Im Alltag Ihres Teams
Was sich für Ihr Team ändert und was bleibt
Das bleibt
Dieselben Programme und Ordner
Ihr Team findet Software, Laufwerke und Dateien an gewohnter Stelle.
Ihre gewohnte Branchensoftware
Programm und Datenbank liegen im selben Rechenzentrum, die Arbeit bleibt deshalb flüssig.
Alle arbeiten gleichzeitig
Jede Person meldet sich mit dem eigenen Konto an und arbeitet in ihrer eigenen Sitzung, wie heute auch.
Drucker und Scanner im Büro
Wir binden Ihre Geräte im Büro mit ein, und Ihr Team druckt und scannt wie gewohnt.
Programme zentral gepflegt
Neue Versionen spielen wir einmal ein, danach arbeiten alle damit.
Das ist neu
Start über die Windows App oder den Browser
Single Sign-on mit dem Microsoft-Konto, danach stehen Programme und Daten sofort bereit.
Höchste Sicherheit
Die Anmeldung wird zusätzlich per App auf dem Smartphone bestätigt. Ein Passwort allein reicht Angreifern dann nicht mehr.
Derselbe Stand im Büro, zu Hause und unterwegs
Ob Notebook, PC im Büro oder Tablet, alle sehen dieselben Programme und Daten.
Kein VPN mehr nötig
Die Verbindung läuft verschlüsselt über Microsoft und funktioniert überall, wo es Internet gibt.
Wir kümmern uns um alles
Einrichtung, Updates, Sicherheit und tägliche Backups übernehmen wir. Ihr Team arbeitet einfach.
Wechsel in vier Schritten
So wechseln Sie vom Terminalserver zum Remote-Arbeitsplatz
Wir ziehen schrittweise um. Ihr Team arbeitet währenddessen weiter.
01
Bestandsaufnahme
Im Erstgespräch (30 Minuten) klären wir Programme, Nutzerzahl, Drucker, Schnittstellen und Vertragslaufzeiten. Danach bekommen Sie ein Angebot, in dem jede Position einzeln steht.
02
Test in einer Pilotumgebung
Erste Testarbeitsplätze stehen meist nach zwei bis drei Werktagen. Dort prüfen wir Ihre Software kostenlos, bevor etwas umzieht.
03
Umzug in Etappen
Daten und Benutzer ziehen nach einem gemeinsamen Zeitplan um. Ein Betrieb mit 10 bis 20 Arbeitsplätzen ist erfahrungsgemäß in zwei bis drei Wochen umgestellt.
04
Abschluss
Ihr Team bekommt eine kurze Einführung. Der Terminalserver läuft während der Umstellung weiter und geht erst vom Netz, wenn alle umgezogen sind.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Terminalserver und zur Alternative
Läuft Microsoft 365 noch auf unserem Terminalserver?
Ja, Office läuft dort weiter. Unterstützt wird Microsoft 365 aber nur noch auf Windows Server 2025, bis Oktober 2029. Auf Windows Server 2016 bis 2022 gibt es bis zum 10. Oktober 2028 nur noch Sicherheitsupdates. Beim Remote-Arbeitsplatz läuft Microsoft 365 auf Windows 11 Enterprise Multi-Session und hängt damit an keiner Server-Version.
Was kostet eine RDS-Lizenz, und brauchen wir sie beim Remote-Arbeitsplatz?
Einen festen Preis gibt es nicht, er hängt von Händler, Lizenzprogramm und Lizenztyp ab. Nötig ist eine RDS-CAL für jeden Benutzer oder jedes Gerät, das sich mit einem Terminalserver auf Windows Server verbindet, und sie gilt nur für dieselbe oder eine ältere Serverversion. Beim Remote-Arbeitsplatz entfällt sie, weil die Sitzungen auf Windows 11 Enterprise Multi-Session laufen.
Können mehrere Mitarbeiter gleichzeitig arbeiten wie auf dem Terminalserver?
Ja. Jeder Mitarbeiter meldet sich mit seinem eigenen Konto an und arbeitet in seiner eigenen Sitzung, gleichzeitig mit den anderen und getrennt von ihnen. Wer sich anmeldet, wirft niemanden hinaus. Desktop, Einstellungen und Berechtigungen hat jeder für sich. Die Programme pflegen wir trotzdem zentral.
Läuft unsere Branchensoftware auf dem Remote-Arbeitsplatz?
In aller Regel ja. Software, die heute auf Ihrem Terminalserver läuft, ist für den Mehrbenutzer-Betrieb gebaut. Windows 11 Enterprise Multi-Session meldet sich gegenüber Programmen wie ein Server, laut Microsoft gerade wegen der Kompatibilität zu Terminalserver-Anwendungen. Wir testen Ihre Programme vorab kostenlos in einer Pilotumgebung. Erst wenn alles läuft, ziehen wir um.
Brauchen wir noch ein VPN?
Ihr Team nicht. Arbeitsplätze und Endgeräte verbinden sich verschlüsselt mit einem Dienst von Microsoft, ein offener Port im Büro ist nicht nötig. Die Anmeldung sichern wir mit Multi-Faktor-Anmeldung ab. Nur für Drucker, Scanner und Geräte im Büro richten wir bei Bedarf eine feste Standortverbindung ein. Warum das sicherer ist, lesen Sie im Beitrag zur Alternative zum VPN.
Funktionieren Drucker, Scanner und USB-Dongles?
Ja, dafür haben wir natürlich eine Lösung. Drucker, Scanner und USB-Dongles im Büro verbinden wir über eine verschlüsselte Standortverbindung mit dem Rechenzentrum, und Ihr Team druckt wie gewohnt. Ob ein bestimmter Lizenzstecker Ihrer Branchensoftware so funktioniert, prüfen wir vorab in der Pilotumgebung.
Wo liegen unsere Daten?
In einem Microsoft-Rechenzentrum in Deutschland. Die Umgebung läuft in einem Azure-Abo in Ihrem eigenen Microsoft-Konto. Programme und Daten bleiben im Rechenzentrum, zum Gerät geht nur das Bild. Auf Notebooks müssen deshalb keine Firmendaten mehr liegen. Auch die täglichen Backups bleiben in Deutschland.
Ist das langsamer als unser Server im Büro?
Für Büroarbeit in der Regel nicht spürbar. In 30 Tagen haben wir über 218.000 Messwerte der von uns betreuten Remote-Arbeitsplätze ausgewertet: 95 Prozent lagen unter 40 Millisekunden. Microsoft nennt bis 150 Millisekunden als flüssig für Büroarbeit. Ein stabiler DSL-Anschluss reicht. Details stehen in unserer Auswertung zur Latenz.
Und wenn das Internet ausfällt?
Ohne Leitung geht auch der Remote-Arbeitsplatz nicht. E-Mail, Telefon und Online-Banking hängen heute aber genauso am Netz. Der Remote-Arbeitsplatz braucht wenig Bandbreite, ein Handy-Hotspot reicht zum Weiterarbeiten, und die Sitzung läuft im Rechenzentrum weiter. Wo ein Ausfall teuer wird, planen wir eine zweite Leitung über Mobilfunk ein. Mehr dazu: Internetausfall im Büro.
Wie lange sind wir gebunden?
Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat, langfristig gebunden sind Sie also nicht. Ihre Daten liegen die ganze Zeit in Ihrem eigenen Microsoft-Konto. Wenn Sie gehen, bekommen Sie alle Daten vollständig und strukturiert zurück. Wir helfen auch beim Umzug, auf Wunsch zurück auf einen eigenen Server im Büro.



